Thema 5

Lecksuche

Direkte und indirekte Dichtheitskontrollmethoden, elektronische Lecksuchgeräte, typische Leckstellen sowie Durchführung und Dokumentation der Kontrollen.

Zertifikat A1 10 kostenlose Fragen

Zentrale Themenbereiche

  • Direkte und indirekte Dichtheitskontrollmethoden
  • Elektronische Lecksuchgeräte
  • Typische Leckstellen
  • Verfahren zur Dichtheitskontrolle
  • Dokumentation der Dichtheitskontrollen

Überblick

Die Lecksuche verhindert Emissionen, Kältemittelverluste und Energieverschwendung. Die Verordnung (EU) 2024/573 regelt Dichtheitskontrollen und Aufzeichnungen. Die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 legt die Zertifizierung für das Zertifikat A1 für F-Gase und Kohlenwasserstoffe fest.

Schwellenwerte für vorgeschriebene Dichtheitskontrollen

Art. 5 legt folgende Intervalle für kontrollpflichtige Einrichtungen fest:

Füllmenge gemäß Anhang IFüllmenge gemäß Anhang II Abschnitt 1, einschließlich HFOMaximales Intervall
5 bis < 50 t CO₂e1 bis < 10 kg12 Monate
50 bis < 500 t CO₂e10 bis < 100 kg6 Monate
≥ 500 t CO₂e≥ 100 kg3 Monate

Ein funktionsfähiges automatisches Leckage-Erkennungssystem verdoppelt diese Intervalle. Art. 6 schreibt bei Erreichen der höchsten Schwellenwerte Leckage-Erkennungssysteme für ortsfeste Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen sowie jährliche Funktionskontrollen vor.

Gekennzeichnete hermetisch geschlossene Einrichtungen sind unterhalb von 10 t CO₂e beziehungsweise 2 kg ausgenommen. Eine gesonderte Ausnahme gilt für gekennzeichnete hermetisch geschlossene Einrichtungen mit weniger als 3 kg in Wohngebäuden. Natürliche Kältemittel fallen nicht unter diese Vorschriften für Dichtheitskontrollen von F-Gasen.

Direkte Methoden der Lecksuche

  • Lecksuchlösung: Wachsende Blasen zeigen die Stelle an, an der Gas austritt. Verwenden Sie eine speziell dafür vorgesehene Lösung und warten Sie 10–20 Sekunden.
  • UV-Farbstoff: Ein vom Hersteller zugelassener fluoreszierender Farbstoff hinterlässt Spuren, die unter ultraviolettem Licht sichtbar sind.
  • Prüfung mit sauerstofffreiem Stickstoff (OFN): Überwachen Sie den Druckabfall mit sauerstofffreiem Stickstoff und berücksichtigen Sie dabei Temperaturänderungen. Zur Lecksuche mit Spray reichen in der Regel bis zu 10 bar Überdruck aus, sofern die Grenzwerte der Einrichtung eingehalten werden. Verwenden Sie niemals Sauerstoff oder Druckluft.
  • Spurengas: Zugelassene Stickstoffgemische mit Wasserstoff oder Helium ermöglichen die Lecksuche bei niedrigeren Drücken. Verwenden Sie ein speziell für das Spurengas geeignetes Lecksuchgerät.

Elektronische Lecksuchgeräte

Verwenden Sie ein für das Kältemittel geeignetes Lecksuchgerät mit einer Empfindlichkeit von 5 g/Jahr oder besser. Prüfen Sie die Funktionsfähigkeit jährlich und je nach Nutzung häufiger gemäß den Herstellerangaben. Bestätigen Sie das Ansprechverhalten mit einem kalibrierten Referenzleck von etwa 5 g/Jahr; das Öffnen eines Flaschenventils ist keine gültige Genauigkeitsprüfung.

Führen Sie die Sonde mit etwa 25–50 mm/s in einem Abstand von 2–5 mm an den Verbindungen entlang. Beachten Sie die Herstellerangaben und vermeiden Sie eine Kältemittelbelastung der Umgebungsluft. Sensoren mit beheizter Diode müssen möglicherweise nach etwa 100 Stunden ausgetauscht werden; Infrarotsensoren halten in der Regel länger.

Indirekte Methoden der Lecksuche

Vergleichen Sie die Betriebsmesswerte mit den Inbetriebnahmeprotokollen und den erwarteten Betriebsbedingungen:

  • Monteurhilfe: Saugdruck und Verdichtungsenddruck.
  • Anlegethermometer: Rohrtemperaturen, Überhitzung und Unterkühlung.
  • Multimeter: Spannung, Strom und Widerstand zur Erkennung fehlerhafter Sensoren oder Bauteile.
  • Leistungsindikatoren: Kälteleistung, Energieverbrauch und Zustand im Schauglas.

Hohe Überhitzung, geringe Unterkühlung, ungewöhnliche Drücke, Vereisung oder verminderte Leistung deuten auf eine mögliche Leckage hin, können jedoch auch andere Ursachen haben. Untersuchen Sie vermutete Leckagen mit einer direkten Methode.

Häufige Leckstellen

  • Verbindungen: Bördelverbindungen, Hartlötverbindungen, Ventilspindeln, Schaugläser und Anschlüsse von Sicherheitseinrichtungen. Fachgerecht ausgeführte Hartlötverbindungen sind im Allgemeinen am zuverlässigsten. Ziehen Sie Bördelverbindungen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an.
  • Dichtungen: Prüfen Sie Schrader-Ventileinsätze, Verdichterdichtungen und austauschbare Filtertrocknerdichtungen; der innere Trocknereinsatz ist keine äußere Leckstelle. Bringen Sie die Dichtkappen wieder an.
  • Schwingungen und Korrosion: Prüfen Sie Halterungen und dünnwandige Umlenkbögen der Wärmetauscher, insbesondere in aggressiven Atmosphären.
  • Sicherheitsventile: Prüfen Sie die Austrittsöffnungen, da die Ventile möglicherweise nicht wieder dicht schließen. Ersetzen Sie undichte Ventile; verschließen Sie sie niemals mit Kappen.
  • Wellendichtungen: Prüfen Sie die Dichtungen offener Verdichter bei stillstehendem Verdichter und überwachen Sie den Ölverlust.
  • Anstechventile: Verwenden Sie diese nur zur Diagnose; gewinnen Sie das Kältemittel zurück und ersetzen Sie das Anstechventil vor der Wiederinbetriebnahme durch ein dauerhaftes Serviceventil.

Ablauf der Dichtheitskontrolle

Prüfen Sie zuerst das Anlagenlogbuch auf frühere Leckagen und Nachfüllungen. Untersuchen Sie die gesamte Anlage auf Ölspuren, Rückstände, Korrosion und Schäden. Gehen Sie systematisch vor und bestätigen Sie vermutete Leckstellen mit einer direkten Methode. Bei anhaltenden Verlusten ohne äußere Anzeichen müssen innere Leckagen in Wärmetauschern untersucht werden.

Ermitteln Sie die Ursache und führen Sie anschließend folgende Schritte durch: Abpumpen oder Rückgewinnung, Reparatur, Prüfung mit sauerstofffreiem Stickstoff, Evakuierung, erneute Befüllung und erneute Kontrolle.

Pflichten nach der Reparatur

Art. 4 verlangt eine Reparatur unverzüglich. Bei ortsfesten Einrichtungen, die vorgeschriebenen Dichtheitskontrollen unterliegen, muss eine zertifizierte Person die Wirksamkeit nach mindestens 24 Betriebsstunden, spätestens jedoch einen Monat nach der Reparatur, überprüfen.

Dokumentieren Sie Datum, Identität der prüfenden Person, Methoden, Leckstellen, Ergebnisse, Reparaturen, Kältemittelart, Füllmenge sowie hinzugefügte oder zurückgewonnene Mengen. Art. 7 schreibt ein Anlagenlogbuch und normalerweise eine fünfjährige Aufbewahrung durch Betreiber und Wartungsunternehmen vor.

Prüfungstipp: CO₂e in Tonnen = Füllmenge in kg × GWP ÷ 1000. Somit entsprechen 8 kg R-410A mit einem GWP von 2088 insgesamt 16,704 t CO₂e: normalerweise ein Intervall von 12 Monaten, das sich mit einem funktionsfähigen automatischen Leckage-Erkennungssystem auf 24 Monate verlängert.

Übungsfragen

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